über mich Ich bin, was ich vermisst habe.
Wenn ich auf meinen Weg zurückblicke, sehe ich keine gerade Linie. Ich sehe Kurven, Brüche, Stürze und einen Menschen, der sich immer wieder neu zusammengesetzt hat.
Lange war ich eine Frau, die stark sein musste, die funktionierte und glaubte, dass Liebe und Zugehörigkeit an Leistung gebunden sind. Ehrgeizig, schnell, präzise – und über Jahre hinweg erfolgreich in einem System, das genau das belohnt hat.
Doch durch die spirituell-menschliche Begegnung mit einem Vorgesetzten begann ich (Selbst-)Führung anders zu verstehen – mit mehr Bewusstheit, weniger Kontrolle und innerer Klarheit.
Und heute? Bin ich jeden Morgen im Neuen Garten in Potsdam – Sparringspartnerin mit Leib und Seele und auf dem Weg, bei mir anzukommen.
Wofür ich stehe
Dafür, dass sich Werte wandeln
...und ein Weg nicht gerade sein muss – sondern lebendig. Das hier ist meiner.
Als erste Frau unter 30 Jahren im Management von KPMG Frankfurt - als ausgebildete Wirtschaftsprüferin - lernte ich früh, was es heißt, sich in einer männlich geprägten Umgebung zu behaupten. Anerkennung bedeutete überdurchschnittliche Leistung, und ich gab alles.
Leistung, Kontrolle und absolute Disziplin waren mein Motor. Marathonläufe halfen mir, durchzuhalten und mich zu spüren, und gleichzeitig vor mir selbst davonzulaufen.
Wenn der Körper ruft
2010 bekam ich die Diagnose Brustkrebs. Ich erkannte die Warnzeichen zum Glück früh, ließ alles medizinisch behandeln – und arbeitete weiter.
Ich trug die Termine diskret in meinen Kalender ein, niemand sollte merken, wie es wirklich um mich stand. Ich war es gewohnt, stark zu sein, schwach zu sein hatte ich nie gelernt. Also blieb ich in Bewegung.
Doch innerlich begann etwas zu bröckeln.
Die Krankheit war ein lauter und unmissverständlicher Ruf meines Systems: „Sieh hin. Es geht so nicht weiter.“
2012 kam der endgültige Zusammenbruch: Burn-out.
Rückblickend war diese Zeit der Beginn einer tiefen Neuorientierung und die Grundlage für das, was ich heute in der Arbeit mit Führungskräften vermittle: innere Regulierung, Klarheit und Verantwortung für die eigene Energie.
Ich verließ KPMG nach 23 Jahren und damit auch eine Identität, die lange ausschließlich von Leistung bestimmt war. Von der Prüferin wurde ich zur Gestalterin im Unternehmen.
Neuorientierung in der Wirtschaft
Ich lernte, dass Menschen von außen oft mehr Gehör fanden als diejenigen, die aus dem eigenen System kamen – unabhängig von Kompetenz oder Erfahrung. Das war neu und nicht immer leicht.
Bei Fraport begegnete ich dann einem Vorgesetzten, der - wie ich - spirituell dachte. Zum ersten Mal spürte ich, dass sich Verantwortung und Menschlichkeit, Zahlen und Sinn verbinden lassen.
Diese Erkenntnis hat mich verändert. Ich begann, anders zu führen, aus Vertrauen statt aus Kontrolle. Und ich begriff, wie sehr Führung ein innerer Prozess ist.
Was ich übrigens mit Spiritualität meine? Schlicht, das Leben und sein inneres Prinzip zu verstehen.
All diese Erfahrungen haben meine Haltung zu (Selbst-)Führung, Verantwortung und Menschlichkeit grundlegend verändert.
Neue Räume, neues Wirken
Ende 2022 bin ich nach Potsdam gezogen. Ich fühle mich auch jetzt noch nicht vollständig angekommen. Vielleicht, weil meine nächste Etappe noch nicht ganz geschrieben ist.
Bereits 2021 begann ich, mich intensiv mit Coaching und epigenetischer Wirkung auseinanderzusetzen. Ich ließ mich zur Coachin ausbilden, und begann, mich selbst tiefer zu verstehen - mit all dem, was war.
Ich lernte, dass ich nicht falsch bin, wenn ich weich bin. Und dass Klarheit kein Gegensatz zu Mitgefühl ist, sondern seine Voraussetzung. Genau diese Haltung fließt heute in meine Arbeit mit Führungskräften ein.
Weiter auf dem Weg.
Was ich heute weiß:
Ich habe vieles erlebt, was wehtut. Aber nichts davon war umsonst.
Ich habe ein tiefes Gespür für Räume, in denen Menschen sich zeigen können – ohne Angst.
Ich weiß, wie es ist, stark zu wirken und innerlich zu fallen.
Und ich weiß, dass genau darin meine Kraft liegt.
Heute begleite ich Menschen, die viel Verantwortung tragen.
Ich halte den Raum, den ich mir selbst früher so sehr gewünscht hätte.
Ich stelle die Fragen, die keiner stellt – mit liebevoller Klarheit.
Worum es in meiner Arbeit geht: um Orientierung. Darum, Belastungen wahrzunehmen und zu sortieren, Prioritäten zu klären und die eigene Gesundheit wieder in den Blick zu nehmen. Darum, Identität und Sinn als innere Bezugspunkte wiederzufinden – als Grundlage für Entscheidungen, (Selbst-)Führung und ein stimmiges Leben. Letztlich geht es darum, die eigene Wirksamkeit auf eine stabile innere Grundlage zu stellen.
Ich glaube daran, dass man jeden Tag neu entscheiden kann.
Dass nichts so bleiben muss, wie es ist.
Und dass es nie zu spät ist, sich selbst wiederzufinden.